Content und KI

A+ Content und Brand Store: eine Marke auf Amazon aufbauen

Bettershop Team · 26. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt
  • A+ Content soll Zweifel ausräumen und Kunden zum passenden Produkt im Sortiment führen, nicht die Seite dekorieren.
  • Die Vergleichstabelle ist oft das nützlichste Modul: Sie erhöht den Warenkorbwert und senkt die Retouren.
  • Der Brand Store sollte wie ein kleiner Onlineshop aufgebaut sein, nach Kategorien oder nach Bedürfnissen.
  • Richtig rentabel wird der Store erst mit Traffic aus Sponsored-Brands-Kampagnen und externen Links.

Auf Amazon haben alle Produkte dieselbe Seite, dasselbe Layout, dieselben Buttons. A+ Content und Brand Store sind die beiden Bereiche, in denen sich eine Marke abheben und erklären kann, warum sie die bessere Wahl ist. Hier lesen Sie, wie Sie beide so einsetzen, dass sie auf den Umsatz einzahlen und nicht nur gut aussehen.

Was sind A+ Content, Premium A+ und Brand Store?

A+ Content ist der Bereich unter den Bullet Points, aufgebaut aus Bild- und Textmodulen. Er steht Marken zur Verfügung, die in der Markenregistrierung (Brand Registry) eingetragen sind und als Seller verkaufen, sowie Vendoren über Vendor Central. Ist A+ Content vorhanden, ersetzt er auf der Seite die reine Textbeschreibung.

Premium A+ bietet umfangreichere Module: Videos, Karussells, interaktive Bereiche, größere Vergleichstabellen, Banner in voller Breite. Jahrelang war es nur wenigen Marken mit bestimmten Voraussetzungen vorbehalten. Laut den Updates von 2026 hat Amazon es für registrierte Marken freigegeben und einen Qualitätswert pro Modul eingeführt. Prüfen Sie trotzdem im A+-Content-Manager, was für Ihr Konto aktiv ist.

Der Brand Store ist eine mehrseitige Mini-Website innerhalb von Amazon mit eigener Adresse, auf der die Marke ihr gesamtes Sortiment präsentiert. Auch er setzt Brand Registry voraus und ist kostenlos.

Dazu kommt das Modul Markengeschichte (Brand Story), ein Karussell oberhalb des A+ Content, das die Marke vorstellt und auf den Store und andere Produkte verlinkt. Es hilft, Kunden von einem einzelnen Produkt zum restlichen Sortiment zu führen.

A+ Content, der verkauft: was hinein gehört und in welcher Reihenfolge

Der häufigste Fehler ist, A+ Content wie eine Broschüre zu behandeln: schöne Bilder, Slogans, wenig Information. Wer bis dorthin scrollt, entscheidet noch. Er braucht Antworten.

Eine Abfolge, die in vielen Kategorien funktioniert:

  1. Einstieg mit dem Hauptnutzen: ein starkes Bild mit einem Satz, der sagt, welches Problem das Produkt löst.
  2. Drei oder vier Stärken, jede mit einem Bild und zwei Zeilen Text.
  3. Anwendung, in einfachen Schritten oder in einem kurzen Video.
  4. Details, die Zweifel ausräumen: Materialien, Inhaltsstoffe, Zertifizierungen, Maße.
  5. Vergleichstabelle mit den anderen Produkten des Sortiments.

Zwei praktische Regeln. Text in Bildern muss auf dem Smartphone lesbar sein, wo der Bildschirm klein ist. Und wichtige Aussagen gehören zusätzlich in die Textfelder des Moduls, nicht nur ins Bild, denn nur diesen Text können Amazon und seine KI-Assistenten lesen.

Die Vergleichstabelle, das unterschätzte Modul

Wenn Sie mehrere ähnliche Produkte haben, bringt die Vergleichstabelle oft am meisten. Sie hilft Kunden, das richtige Produkt zu wählen, statt die Seite zu verlassen und selbst zu vergleichen.

  • Stellen Sie die Produkte derselben Linie in Spalten nebeneinander, beginnend mit dem Produkt der aktuellen Seite.
  • Wählen Sie Zeilen, die bei der Entscheidung wirklich helfen: Kapazität, Format, empfohlene Verwendung, Leistungsstufe.
  • Vermeiden Sie Zeilen, in denen alle Produkte denselben Haken haben: Sie helfen bei der Auswahl nicht.
  • Nehmen Sie eine höherwertige Version auf, damit Unentschlossene die Alternative mit mehr Wert sehen.

Ein klarer Vergleich führt Kunden oft zum größeren Format oder zur höherwertigen Version und reduziert Retouren nach dem Motto „Das hatte ich mir anders vorgestellt“.

Brand Store: Struktur und Navigation

Der Store sollte wie ein kleiner Onlineshop gedacht werden. Die Leitfrage lautet: Wie sucht mein Kunde? Nach Produktart, nach Bedürfnis, nach Anlass, nach Linie?

SeiteInhaltWozu sie dient
StartseiteWer die Marke ist, Top-Produkte, Zugang zu den KategorienOrientierung für Besucher aus der Markensuche
KategorienEine Seite pro Linie oder BedürfnisFührt mit wenigen Klicks zum richtigen Produkt
NeuheitenAktuelle LaunchesMacht Produkte ohne Verkaufshistorie sichtbar
AngeboteProdukte in Aktion, in den Hochphasen aktualisiertFängt den Traffic saisonaler Events auf
MarkengeschichteHerkunft, Werte, HerstellungSinnvoll für Marken mit starker Geschichte, kein Muss

Halten Sie die Struktur flach: Zwei Ebenen reichen fast immer. Jede Seite braucht sofort kaufbare Produkte, nicht nur stimmungsvolle Bilder.

Traffic in den Store lenken

Ein Store ohne Traffic ist ein Schaufenster in einer Sackgasse. Es gibt drei Hauptquellen:

  1. Sponsored Brands: Die Kampagnen können auf eine bestimmte Store-Seite statt auf ein einzelnes Produkt verlinken. Das funktioniert gut bei generischen Kategoriesuchen, bei denen der Kunde sich noch nicht entschieden hat.
  2. Markensuchen: Wer nach dem Markennamen sucht, sieht oft den Link zum Store. Hier muss der Store den Verkauf schnell abschließen.
  3. Externer Traffic: Newsletter, Social Media, Website. Mit den Tracking-Links von Amazon Attribution messen Sie, was Umsatz bringt.

Der Store hat einen Statistikbereich mit Besuchen, Seitenaufrufen und zugeordneten Verkäufen. Sehen Sie ihn sich jeden Monat an, um zu erkennen, welche Seiten Besucher halten und welche sie verlieren.

Beispiel: Bekommt eine Kategorieseite viele Besuche, aber kaum Verkäufe, liegt es meist an einem von drei Gründen. Die gezeigten Produkte passen nicht zu dem, was die Anzeige versprochen hat, die Preise sind nicht sofort sichtbar, oder die Seite ist lang und die besten Produkte stehen ganz unten. Die Bestseller nach oben zu holen ist der erste Test.

Visuelle Konsistenz mit der Marke

A+ Content, Markengeschichte, Store und Produktbilder sollten wie ein zusammenhängendes Projekt wirken. Gleiche Farben, gleicher Fotostil, gleiche Tonalität in den Texten. Kunden nehmen das nicht bewusst wahr, aber eine konsistente Marke wirkt vertrauenswürdiger als eine, die auf jeder Seite den Stil wechselt.

Konsistenz heißt nicht, die offizielle Website zu kopieren. Auf Amazon braucht es mehr Klarheit, weniger Text und Bilder, die für den Smartphone-Bildschirm gedacht sind. In den Projekten unseres Creative Studio gehen wir von den Markenrichtlinien aus und passen sie an diesen Kontext an, nicht umgekehrt.

Verkauft die Marke in mehreren Ländern, sollte der A+ Content in jeder Sprache echt lokalisiert werden, nicht maschinell übersetzt. Maßeinheiten, Redewendungen und kulturelle Bezüge unterscheiden sich von Markt zu Markt, etwa zwischen amazon.de und amazon.it.

Was Sie jetzt tun können

Beginnen Sie mit den Produkten, die viel Traffic, aber eine Conversion unter dem Kategoriedurchschnitt haben: Dort wirkt besserer A+ Content am stärksten. Ergänzen Sie jede Linie mit mehr als einem Produkt um eine Vergleichstabelle. Öffnen Sie dann Ihren Brand Store auf dem Smartphone und versuchen Sie, ein bestimmtes Produkt zu finden: Brauchen Sie mehr als drei Taps, sollte die Struktur vereinfacht werden. Wenn Sie diese Arbeit in eine breitere Kanalstrategie einbetten möchten, finden Sie unsere Arbeitsweise auf der Seite zu den Amazon-Services für Seller und Vendoren.

Häufige Fragen

Ist A+ Content kostenpflichtig?

Nein, Standard-A+-Content ist für Marken in der Brand Registry und für Vendoren kostenlos. Auch der Brand Store kostet nichts. Die eigentlichen Kosten liegen in der Produktion hochwertiger Bilder, Videos und Texte.

Verbessert A+ Content das Ranking in der Suche?

Die Hauptwirkung liegt bei der Conversion, also dem Anteil der Besucher, die kaufen. Eine höhere Conversion hilft indirekt auch dem Ranking. Der Text der Module wird außerdem von den KI-Assistenten von Amazon gelesen, deshalb lohnt es sich, ihn sorgfältig zu schreiben und nicht alles den Bildern zu überlassen.

Kann man zwei A+-Versionen gegeneinander testen?

Ja, mit dem Experimente-Tool von Amazon für registrierte Marken, sofern das Produkt genug Traffic hat. Der Test zeigt die beiden Versionen unterschiedlichen Kundengruppen und zeigt, welche besser konvertiert. Das ist der verlässlichste Weg zur Entscheidung, statt sich auf den persönlichen Geschmack zu verlassen.